Verantwortlich sei dafür vor allem die gesunkene Geburtenrate, so Pour Yousef. Zwar möchten alte Menschen in der Regel ihren Lebensabend im gewohnten Zuhause verbringen, und die Trennung von Kindern und Enkeln verursache sogar Depressionen und sonstige Krankheiten, doch werde das künftig immer weniger möglich sein. Seine Organisation setze zwar den Schwerpunkt auf Betreuungsleistungen in der Wohnung der Senioren, doch sei dies angesichts der hohen Kosten von monatlich mindestens umgerechnet 233 US-Dollar für viele nicht möglich.
Auch Ali Rabeie, der Minister für Genossenschaften, Arbeit und Wohlfahrt, forderte bereits einen Wandel in den Gesellschaftsstrukturen, um sich auf die steigende Zahl alter Menschen vorzubereiten. Demnächst, so Rabeie, werden sie dreißig Prozent der Bevölkerung ausmachen. Bereits jetzt seien rund dreißig Prozent der Senioren auf Hilfsleistungen von Wohlfahrtsinstitutionen - insbesondere des Imam Khomeini Wohlfahrtskomitees und der staatlichen Wohlfahrt - angewiesen. Weiter wies Rabeie darauf hin, dass besonders die Zahl allein lebender hilfsbedürftiger alter Frauen steigen werde.
Demographen prognostizieren eine Steigerung der älteren Bevölkerung um 96 Prozent innerhalb der kommenden zwölf Jahre. Sie werden 10 Millionen der Gesamtbevölkerung ausmachen, wovon 7,5 Millionen in den Städten leben werden. Und diese Entwicklung wird weitergehen, so dass in fünfzig Jahren Menschen, die älter sind als 65, in der Mehrheit sein werden.